Preston Innovation - RESPONSE CARP POLE im Praxistest


Die Rute ist 16m lang, wenn sie mit der verstärkten, halben Verlängerung gefischt wird, die standardmäßig mitgeliefert wird. Die verstärkten Teile vermeiden Beschädigungen, wenn man bei langen Distanzen einen Anhieb setzt. Die Verlängerung passt auch bei dem 14.5m langen Handteil. Das Paket umfasst auch zwei weitere bi-konische Mini-Erweiterungen, die für die 5/6 und 7/8 Segmente passen und jeweils einen vollständigen Schutz bieten, vor allem, wenn man “kurz” fischt. Der Materialermüdung wird durch die zusätzliche Verstärkung der Verbindungsteile vorgebeugt und das obere Segment ist standardmäßig mit PTFE Spitzenteilen ausgestattet.


Die Response Carp wird mit neun Top Kits geliefert; sechs Super Power Kits mit einer optimalen Länge von 2,4m und zwei kurzen 1,85m langen F1 Stop Kits und einer kurzen No.3 Sektion, die besonders steiff ist. Diese ist perfekt, wenn man flach angelt. Alle Top Kits sind standardmäßig mit unserem Roller Pulla System ausgestattet, um noch besser drillen zu können und mit unseren “Slip” Spitzenteilen. Die Spitze wird vom Werk aus mit  einer eingesetzten internen PTFE-Buchse geliefert. Der äußere Spitzendurchmesser beträgt stolze 5.5mm Alle Segmente verfügen über Pfeile, um die Rute besser ausrichten zu können. Das Gleiten der Rute auf den Haltern ist unter allen Bedingungen einfach, da die Rute über die “Easy Ship” Oberfläche verfügt, um zu gewährleisten, dass das Fischen nicht beeinträchtigt wird. Alle Segmente und Ersatzteile können bei einer Länge von 14,5m in einer Sektion untergebracht werden. Es gibt damit keine parallelen Verlängerungen, was der Steifheit der Pole zu Gute kommt. Alle Ersatzteile und Segmente werden in schützenden Rohren geliefert und können in einem maßgeschneiderten ResponseMonster Pole Holdall untergebracht werden.

PAKETAUSSTATTUNG:
■ 1 x 16m Kopfrute
■ Sektion 9/10 Halbe Verlängerung
■ 6 x Roller Pulla Super Power Top 2 Kit 2.40m
■ 2 x F1 Short Stop Kit 1.85m
■ 1 x Short No3 Section
■ Section 7/8 Bi-Konische Mini Verlängerung
■ Section 5/6 Bi- Konische Mini Verlängerung
■ Monster Response Pole Holdall
■ EVA Elastic Alignment Einsätze mit PTFE Spitzenteil
■ Kupping Kit 2.40m und Kups
LÄNGE
TRANSPORTLÄNGE
TOP 2 LENGTH
TOP 3 LENGTH
GEWICHT BEI 13M
GEWICHT BEI 14.5M
GEWICHT BEI 16M
(ohne Mini-extension)
ANZAHL DER SEGMENTE

16m
1830mm
2400mm
3950mm
860g
1150g
1460g

10

Doch nun endlich zum Praxistest mit Neil McKinnon und weitere technischen Info's, die nicht im Katalog stehen. Da in Deutschland meist nur auf 13m gefischt wird, haben ich den Praxistest mit Neil auf dieses bevorzuge Länge ausgelegt.

Das 13m Handteil hat oben einen Durchmesser von nur 45.71mm und unten am äußersten Ende 49.50mm. Die reale Länge war zum zeitpunkt meines Test nicht wirklich ermittelbar. Sie dürfte um 12.30m liegen. Ich habe zum Vergleich mal die Mini-Extension der M90 mit der Response Carp bzw ProType verglichen. Schön zu sehen, dass die die Protype-Karpfenserie eine längere Mini-Extension hat. Damit wird das stärkere zurückschneiden der Rutenspitze kompensiert.

Das Hausgewässer von Preston ist der Barston Lake. Ein sehr flaches Gewässer an einer gepflegten Golfanlage von vielleicht einem Meter Wassertiefe. Geangelt wird an meinem Platz in ca 70cm Wassertiefe. Neil setzt hier auf die neue F1 Pellet Posenserie von Preston mit 0.3 Gramm. Die Hauptschnur ist eine 0.15mm Schnur und das ca 8cm lange Vorfach mit 16-er Haken an 0.13mm Schnur fische mit einem Pelletbänder und einem 6mm vorgeweichten Sonubait Pellet. Neil hilft mir beim Füttern mit einem kleinem Katapult. Ich schaffe es einfach noch nicht die Pole waagerecht zu halten und dabei gleichzeitig mit dem Katapult einige wenige Pellets auf die 13m Bahn zu schießen. bei ihm sieht so einfach aus. Kopieren ist gar nicht so einfach.

Schwierig ist das Herausschieben der kurzen ca 1m langen Montage. Die Pose ist irre leicht und jede überhastete Schwingung der Kopfrutenspitze für zum Verheddern der Schnur über die Rutenspitze.
Obwohl die Rute mit der 5.5mm dicken Spitze extrem steif und schnell ist fühle ich mich gerade wie ein Anfänger,
der die Pole im Schneckentempo rausschiebt. Ein falscher und zu starker Anschlag beim Biss lässt die Montage
aus dem 70cm tiefen Wasser schnipsen und bereitet den Zuschauern 'Freude', dass sie nicht allein mit dem Problem sind.
Zig mal hat sich alles um die Spitze gewickelt. Wäre es meine Montage, wäre sie der Schere zum Opfer gefallen.

Die geschliffene Carbonoberfläche gleitet richtig gut durch die Hände.
Ich würde gern die Pole schneller rausschieben, doch die Gefahr des Vertüddelns der Montage ist einfach zu groß.
Das 13m Handteil hat im Bereich, wo man die Pole üblicherweise festhält, einen Durchmesser von ca 46-47mm.
Es fühlt sich ausgesprochen druckfest an und schafft Vertrauen, dass man im Drill gut Gegenhalten kann,
ohne große Rücksicht auf das Material nehmen zu müssen. Ich werd's hoffentlich gleich ausprobieren können.

Neil schiesst noch 5-6 kleine Pellets nur wenige Zentimeter von meiner Pose entfernt. Genauer könnte ich nicht mal mit dem Polecup füttern. Ich bin überrascht, dass er das selbst aus einer Position hinter mir noch so perfekt hinbekommt.
Während ich noch am Staunen bin, verschlage ich gleich den ersten Biss. Daneben. Ich soll nicht seitlich anschlagen, sondern gerade nach oben!

Also neu beködern. Pellet am Gummibänder und raus mit dem Korken. Jedoch ganz langsam schieben. Diesmal passt alles. Ich bin neugierig auf den ersten Drill.

Der grüne Hohlgummi (Elastic Rating 10) ist mir persönlich zu weich. Ich kann den Fisch nicht richtig kontrollieren. Er rennt einfach weg. Wie ein gehacktes U-Boot. Ich halte gegen und die Pole steht unter Volllast. Der Prügel ist sowas von hart. Nur die ersten 3 Kitteile arbeiten mit. Alles andere bleibt steif. Nichts ächtst oder knackst im Carbon. Ich habe keine Ahnung wieviel Meter der Karpfen den Gummi noch rausziehen wird. Vorsichtig schiebe ich die Pole zurück, suche die Position des Abroller und kämpfe mich bis zum Kit vor. Das Handling mit dem slotted Kit und Hohlgummi kenne ich zwar, jedoch fehlt es mir am Gefühl wie stark man den Gummi nachspannen muss, um während der Kescherphase nicht zuviel Zeit oder den Fisch zu verlieren. Geduldig erklärt Neil mir das Zusammenspiel, wie man damit den Karpfen besser kontrolliert. Der Unterarm muss parallel zum Kit liegen, um die Lastverteilung des Drucks sauber abzufangen. Gummi nach vorn rausziehen und mit den rechten Fingerspitzen festhalten und dieses Spiel wiederholen, bis der Fisch in einen Bereich kommt, wo man ihn zugügig keschern kann.

Ich zieh den Fisch bis fast vor die Füsse und halte das Kit, wie ich es vom Brassendrill her kenne. Doch so kommt der Fisch nicht hoch. Neil kann so beim Keschern nicht helfen.
Up, Up... Kit hoch. Ich traue mich nicht so recht noch mehr Druck aufzubauen. Das 1.80m lange Spot Kit (einteilig!!) arbeitet überrascht gut. Neil gibt Kommando ich soll mehr Druck aufbauen und das Kit hochheben ohne den Gummi nachzuspannen.
Ich bin noch immer durch den Wind, wie soft und weich der grüne Preston Hohlgummi ist und wie man damit den Fisch in der "Kescherphase" kontrollieren kann.

Mit dem rechten Zeigefinger verteile ich die Last auf dem Rutenblank und halte den gespannten grünen Gummi fest. Geschafft. Fisch ist im Kescher. So muss ein realer Test aussehen! Kaum zu glauben, dass die Preston Response Carp das alles so mühelos wegsteckt ohne dicken Backen zu machen. Ich hatte zuvor etwas Vorurteile, ob eine nur 860 Gramm schwere KARPFENRUTE wirklich so brutal hart und steif gebaut werden sollte oder doch etwas elastischer im Kitbereich sein sollte.
Der Kompromiss heißt offenbar einen weicheren Gummi zu nutzen und darüber den Karpfen zu kontrollieren. Alles in Allem bin ich schwer beeindruckt.

Der Katalogpreis liegt bei 1.799EUR. Ich geh jedoch davon aus, wenn das englische Pfund weiter so im Wert verfällt, der Strassenpreis um 1.600EUR liegen könnte.
Sie brauchen zur Pole eine andere Ausstattung? Längere Kits oder einfach nur die Pole mit 2-3 Kits. Gern erstelle ich ein individuelles Angebot und helfe auch beim korrekten Montieren der Gummizüge.

Bild und Textmaterial: Maik Fiebig




Drucken E-Mail