Browning Kopfrutentest Sphere Zero-G F1 PLUS 13m


Eine Reihe von unglückichen Verkettungen bei der Bereitstellung der Muster führten zur einer Verzögerung von
13 Monaten, bis die nächste Gelegenheit dazu kam, die Poles vermessen zu dürfen. So traff ich auf der Folgemesse
in 2018 Rainer de Beor und Jens Koschnik von der Firma Zebco wieder, die mich hier sehr aktiv unterstützten, die
Sphere Zero-G Ruten und die auch die Z16 zeitnah noch zu bekommen. Im April 2018 kam dann das heiß ersehnte
Paket mit den Messemustern aus dem aktuellem Programm von Browning.
browning maik jens silverlite f1

Da ich schon die Z16 testen und bewerten durfte, war die Zeit mehr als reif für die Sphere Zero-G. Mit diesem
Testbericht gebe ich meinepersönliche Meinung und meine eigenen Bewertungskriterien wieder. Die Katalog-Texte
und technischen Angaben kennt ja jeder. Alle technischen Angaben wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt
und mit Fotos auch dokumentiert.


Für 2018 hat sich Browning viel vorgenommen und auch mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert,
als ich die Sphere F1 Plus auspackte und Stück für Stück die Rutenteile zusammensteckte. Erstklassige Verarbeitung,
druckfestes Carbon unterhalb und oberhalbder Steckübergänge. Extrem steifes Kit ohne spürbares Nachschwingen.
Der Wahnsinn...und als ich dann das Handteil streicheln durfte war ich neu verliebt. Da die Transportlänge der Pole
nur 1.80m beträgt, war mir im Vorfeld schon klar, dass man mit diesem Konzept keine 8-teilige (echte) 13m Kopfrute
bauen kann.
browning f1 pole uebersicht
Gerade beim Handteil sieht man eine der Innovationen der Zero-G, die es zuvor so noch nicht gegeben hat.
Um beim schnellen Arbeiten mit der Pole nicht mit dem Auge auf die Kontrollpunkte am Handteil schauen zu müssen,
hat man nun eine spürbare Riffelung auf der Handteil-Oberfläche. So kann man die Pole schnell und kontroliert
vorwärts sowie rückwärts bewegen, ohne die Augen von der Pose oder Gummizugspannung nehmen zu müssen.
Ich halte das gerade beim Cuppen sowie beim Herausschieben der Montage für vorteilhaft, da man sofort spürt,
wo die Rute zu Ende ist.
browning f1 handteilriffelung
Beim Ermitteln der technischen Daten  habe ich den Schwerpunkt auf folgende Details gelegt:
* Reale Rutenlange mit ohne Mini-Extension
* Eigengewicht der Pole und der Extension auf 13m
* Balancegewicht
* Abweichung zur Ideallinie
* Verarbeitung der Steckübergänge
* technische Besonderheiten und Kompatibiliten auf Kit-Ebene
browning f1 pole lang uebersicht

Sensas Team-Angler Patrich Friedrich begleitete mich und durfte hier mal als Fotomodell herhalten. Er zeigt
auf dem Bild den Unterschied zwischen dem parallelen Teil der Z16 (oben) und der gleichen Erweiterung für
die Sphere Zero-G Ruten. Die Z16 Erweiterung ist kürzer und tatsächlich parallel, während die Kit-Erweiterung
der Zero-G F1 Plus konisch und länger ist. Diese "Zwischenstück" ist Teil des  Multi-Kit Konzeptes bei der ZERO-G.
Da es in UK scheinbar mehr Liebhaber von sehr kurzen Karpfenkits um 1.80m gibt, wurde diese Zwischenstück
eingeführt, um die gleiche Kitlänge wie bei den Matchkits zu erreichen.

Sie passen jedoch nicht untereinander, da jedes Modell ein eigenes Konzept hat. Gut gelungen ist auch der
verstärkte Bereich für den slotted Ausgang, der sowohl auf dem kurzen 1.95m Kit, als auch auf der
Mini-Verlängerung drauf ist.

Die kurzen Kits sind wirklich ultra steif und stark vorgekürzt. Browning hat die Rute für das Angeln auf ihre
sogenannten F1-Hybriden ausgelegt. Wir würden K3 Satzkarpfen dazu sagen.  Das hohe Niveau der
Carbonverarbeitung sieht man auch an den sorgfältig eingeschliffenen Steck-Übergängen bei der
Sphere Zero-G  F1 Plus.
browning f1 pole steckuerbergaenge
Keine scharfen Kanten sind zu sehen und zu fühlen. Die Kante ist leicht angebrochen und man spürt sie kaum
beim Gleiten durch die Hand. Die Formschlüssigkeit der Steckübergänge ist erstklassig. Die Carbon-Verstärkungen
zum Schutz gegen Überlastung sind auch nur dort angebracht, wo sie dringend erforderlich sind.

 Jedes Gramm Carbon wurde sorgfältig geplant und auf ein nötiges Minimum reduziert. Der Steckübergang
beträgt ca 11cm. Dann sitzt das Rutenteil straff drauf. Die Diamant geschliffene Oberfläche der Rutenteile verleiht
dem Modell ein sehr edles Finish und sieht professionell aus.

Wie macht sich die Rute im Anschlag? Stimmen die Vorschusslorbeeren "ultrasteif" und "perfekt ausgewogen".
Patrick sollte es für mich testen und mir seine Meinung ebenfalls wieder geben. Er selbst fischt als Referenz das
Topmodell von Sensas (Parallel 95XL-SW) und hat damit einem unmittelbaren Vergleich zu einer echten 13m Rute.
browning f1 pole am kanal
Begeisterung pur... Hier hat Patrick die Zero-G ohne die Mini-Extension in der Hand. Die reale Rutenlänge beträgt
hier ziemlich genau 12m. Mit dieser Einstellung kann sowohl das Handteil scharf fotografieren, während man noch
die sehr geringe Abweichung zur Ideal-Linie gut erkennen kann. Der Unterschied zur Z16 (bei 13m) ist so krass, dass
ich einfach mal beide Bilder nebeneinander halten möchte. Auch das Aufstecken des quadratischen 1m Handteils ändert
am schnellen Anschlag nur wenig. Auch wenn es jetzt nicht fair ist ein 12m Modell mit einem 13m Modell zu vergleichen,
so  sieht man jedoch schon deutlich, dass auch die Z16 bei 12m der Sphere Zero-G F1 Plus nicht das Wasser reichen
kann. Ich zeige das Anschlag-Verhalten noch in einem Youtube Clip am Ende des Beitrages.

Obiges Bild ist die Z16 zum Vergleich.

Stolz ist man zu recht auch auf die 2-1 Hülse. So kan man wahlweise einen dicken Hohlgummi fischen, wenn man
die schwarze Hülseherauszieht, oder für feinere Gummizugmonatgen bis 1.4mm kann man die schwarze Hülse
verwenden. Dank der schwarze Hülse erschlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einem reduziert sie das Eindringen
von Wasser in die Spitze und zum anderen hält es den Gummizug soweit wie möglich von der Ruteninnenwand entfernt,
damit dieser besser gleiten kann.

Auf der Vergrößerung sieht man deutliche Deformationsspuren am weißen PTFE und an der schwarzen PTFE
Hülse. Offenbar haben wir hier auch Messemuster bekommen, wo Kunden schon an der Düse oben rumgefummelt
haben und diese mit den Fingernägeln aus Neugier zerkratzt wurden. Bei Neuware sollte dieses Detail sauberer
aussehen.

Die technische Disziplin - Vermessen der Ruten und Ermitteln des Balancewertes.



Auch hier hatte mir Patrick Friedrich mit mit einer tollen Zuarbeit geholfen. Er hatte nach dem Vorbild der Sensas
Balancewage eine ähnliche Apperatur gebaut, die nach dem Messtandard von Reglass arbeitet. Die Pole wird exakt
ein Meter vom Rutenende gewogen. Eingebaute Wasserwaagen halfen beim Justieren der Waage. Zum Schluss
wurde noch der Aufnahmepunkt am Rutenende mit der Wasserwaage ausgerichtet, bis die Sensas 95XL SW den
gleichen Referenzwert  auf der Waage anzeigte, wie ich es im Sensas Werk ermittelt hatte. Mit dieser Feinjustierung
wollen wir nun die neuen Browning-Kopfruten bewerten und vergleichen.
browning f1 1286cm 4005gramm
Das Balancegewicht der Zero-G F1 Plus inklusive Miniextension (Gesamtlänge 12.86m) wurde bei Windstille
mit 4005 Gramm ermittelt. Die Z16L hat zum Vergleich ein Balancegewicht von nur 3663 Gramm.
Damit hat
Browning sein Wort gehalten. Die Rute ist super gut ausbalanciert und wenn man das Balancegewicht mit
Wettbewerbsruten vergleicht (Maver Superlithium, Maver 699, Sensas 95XL, Colmic Superior) muss man neidvoll
eingestehen, dass man eine Rute gebaut hat die nur halb so teuer ist und ähnlich gute technischen Parameter hat.
browning f1 1197cm 3200gramm
Ohne Mini-Extension bei 11.97m Länge hat dieses Sahnestück nur eine Balance von 3200 Gramm.
Die 1m Extension (Gewicht 221 Gramm) verändert damit die Gesamtbalance um 800 Gramm.
browning f1 extension 221gramm
Die Rute ist tatsächlich ein Fliegengewicht. 762 Gramm zeigt die Waage ohne die Mini-Extension bei 11.97m an.
High-End und Perfektion in Voll-Endung. Das Konzept nenne ich mal gut gelungen! Auch die Katalogangabe mit
760 Gramm stimmt. 2 Gramm Unterschied sind im Bereich von Meßfehlern anzusehen.
browning f1 1197cm 762gramm
Dann folgte das Vermessen der Rutenlängen mit einem Laserpointer und einer Reflektorwand.

Auch hier können wir der Rute eine ehrliche Länge von 12.86m bestätigen, wobei sie in der Spitze erheblich
eingekürzt wurde, damit man gleich einen Hohlgummi einziehen kann. Die Pole wäre sonst sicher länger
als 13m geworden.
browning f1 1286cm
Um das besser zu verdeutlichen haben wir die Spitzen mal fotografiert. Dort sieht man dann mehr als deutlich,
dass Browning die dickste Spitze im Testfeld hatte. Browning optimiert die Ruten für die Angelei und nicht für
meine Testberichte. Um so  mehr geht es für mich in Ordnung, dass diese Kopfrute nicht ganz die 13m erreicht,
obwohl es versprochen wurde. Das Potential dazu wäre vorhanden gewesen.
browning f1 z16 vergleich ideallinie
Was man auf dem Bild jedoch sofort wahr nimmt, ist die Abweichung zur Ideallinie. Die ZERO-G würde ich trotz
des "Mankos" mit der zusätzlichen Mini-Extension einer Z16 vorziehen. Ich habe schon viele Kopfruten der
Spitzenklasse getestet. Selten war eine dabei, wo die Vorschuss-Lorbeeren der Presse und Medien mit meinen
persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen zum Anschlagverhalten im Einklang waren. Auch die Option der
11m langen Muletto Ruten Sphere Power Partner und Sphere Perfection muss in diesem Zusammenhang eine
Erwähnung finden, die diese Zusatz-Poles das Gesamtkonzept für schweres Angeln auf Barben und Karpfen
positiv abrunden und gleichzeitig auch als günstige Ersatzteilspender fungieren können.

Um auch zu demonstrieren, warum die ZERO-G F1 Plus erstklassig ist, möchte ich das Anschlagverhalten und das
schnelle Beruhigen des Nachschwingverhaltens mal in einem Videoclip zeigen.


Um aufzuzeigen, dass es besser geht habe ich nicht tief in die Trickkiste greifen müssen. Durch meine jahrenlangen
Erfahrungen zu Kopfruten und wie es auch hinter den Kulissen läuft, kann ich hier Hilfestellungen geben, um Produkte
zu verbessern oder aufzupimpen, wie es umgangssprachlich jetzt heißt. Die Z16 und auch die Sphere ZERO-G F1
ist bezüglich seiner Kits komplett kompatibel zur Sensas Serie 4 und 5 bis einschließlich Teil 5. Siehe Foto.

Der Steckübergang des Kits beträgt 9cm. Anders ist das beim Z16 Xitan oder Sphere ZERO-G Kit ebenfalls nicht.


Auch die 5-teiligen Maverkits mit der Suncore Oberfläche passen. Hier wird der Steckübergang  sogar
bis 11cm ausgereizt. Fairer weise muss man jedoch auch dazu sagen, dass NUR die 5-teiligen Kits von
Maver passen. 4-teilig passt nicht und stellt damit keine echte Alternative dar - sondern nur eine Notlösung.
Das gleiche Verhalten zeigt auch RIVE mit der R16. Hier passen das 5 und 3 teilige Kit auf die Browning.


Die Abweichung zur Ideallinie habe ich mit einem Laserpointer von Bosch ermittelt. Die Ideallinie
wäre die Handteilmitte und der Auflagepunkt wieder die Waage in 1m Abstand. Da der Laserpointer
auf dem Handteil parallel drauf liegt, habe ich dann die 3.5cm Differenz zur Handteilmitte wieder
abgezogen. Damit wurden alle Ruten mit dem gleichen Meßfehler untersucht. Für die Zero-G F1 habe
ich dann bei 12m Rutenlänge eine Abweichung von nur 32.5cm zur Ideallinie ermittelt. Das
Aufstecken der 1m langen Extension verändert das Ergebniss dann schon erheblich.
52.5cm sind es dann bei 13m mit Mini-Extension.
Als Referenz habe ich dann die Sensas 95XL-SW auf 11.50m unter gleichen Meßbedingungen
gemessen. Die Abweichung der Sensas zur Idelalinie beträgt 33.5cm und damit ist die Browning-Pole
bei dieser  Disziplin sogar besser als unsere Referenz-Rute


Als nervig empfand ich auch die dicken Rutenendkappen. Das Gummi dieser Kappen ist so dick,
dass das Angler bei kalten Wetter die Dinger einfach nicht vom Handteil runter bekommt, ohne
Schaden anzurichten. Bei der Sphere Zero-G F1 Plus sind ebenfalls derart dicke Kappen bei,
die die Rute so gut schützen, dass man deren Rutenteile einfach nicht auspacken kann, bevor
die Sonne das Carbon und den Gummi erwärmt haben. Bis zur Serienproduktion sollte das
nachgebessert werden.
Das 12m Handteil hat oben einen Durchmesser von 44.1mm und unten 46.7mm. Dafür gibts
Soft-End-Kappen von Stonfo.
browning f1 pole maik kanal

Zusammenfassung der technischen Daten zur ZERO-G F1 Plus:
Reale Rutenlänge 12.86m mit Mini-Extention und ohne  Mini-Extension 11.97m
Eigengewicht 762 Gramm bei 12m, (Katalogangabe 760)
Eigengewicht 983 Gramm (762+221) Gramm 13m
Kit 3-teilig: 97 Gramm, 4.15m
Kit 4-teilig: 162 Gramm, 5.45m
Abweichung zur Ideallinie 32.5 cm bei 12m, 52.5cm bei 13m
Balancegewicht: 3200 Gramm bei 12m
Balancegewicht: 4005 Gramm bei 13m
Transportlänge: 1.80m

Für die ZERO-G Sphere F1 Plus können wir Ihnen ein limitiertes Sonderangebot anbieten.

Danksagung an: Fa Zebco, insbesondere Rainer de Boer, Dietmar Isaiasch für die
Bereitstellung der Kopfruten zum testen und bewerten.
Danke an den Sensas Team-Angler Patrick Friedrich, der mich großartig mit einer
Balancewaage sowie beim Testen und erfassen der Messergebnisse  unterstützt hat.

Wir haben sehr viel Zeit und Aufwand betrieben, um Ihnen einen Blick hinter die Kulissen
zum Thema Kopfruten zu ermöglichen. Wir wiürden uns im Gegenzug freuen, wenn Sie uns
auch Minute spendieren und eine Bewertung bei google oder Facebook hinterlassen.
Benutzen Sie bitte dafür die Logos für Google + Facebook. Zufriedene Kunden bewerten
uns nur selten. Es sind immer nur die Nörgeltaschen, die noch eins Draufhauen,
wenn mal was nicht geklappt hat.

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(c) Text und Bildmaterial Maik Fiebig -Matchangler-Shop

Tags: kopfruten,, testbericht,, sphere, F1 Zero

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